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Ippenstein

(Administrator)
(Beiträge: 1006)

Wie haltet Ihr es eigentlich mit dem Akkordeon in der Kirche? Seid Ihr da auch mitunter aktiv und wenn ja, wie spielt ihr?

Da in unserer Rundkirche die Orgel renoviert wird, hatte ich die Möglichkeit, mich zwischen einem Orgelkeyboard und meinem Akkordeon zu entscheiden.
Ich denke beim Akkordeon doch recht wie eine Orgel. In einem ersten Schritt muß man die Gemeinde erst einmal darauf einstimmen, daß es auch mit Akkordeon als Orgelersatz geht. Erst im zweiten Schritt kann man aus der "Orgel" dann eine "dynamische Orgel" machen. Die Gesänge geben es aber auch nicht her, wirklich dynamisch zu arbeiten, da sie sehr schnell sind. Bei der Begleitung von Solostücken wäre da mehr möglich.
Mein Arbeitstier ist ein Tastenakkordeon mit Cassotto und Standardbaß. Während ich mit der rechten Hand Melodie und Begleitung spiele, nutzt die linke kaum die Akkorde, sondern springt auf dem Standardbaß herum. Ich halte es bei den schnellen Stücken und Akkordwechseln auch für unmöglich, da noch die Akkorde zu spielen. Da ist mir ein "Walking-Bass" als Fundament lieber.
Ich habe das Spiel heute aufgenommen und mal zusammengeschnitten. Fehler Nr. 1: Das Vorspiel sollte man sich nicht erst am selbigen Tag morgens ohne Kaffee ansehen, sondern vielleicht mal im Vorfeld proben. Das Nachspiel war improvisiert. Das Aufnahmegerät war auf den ersten Bänken des Octagons mir quasi gegenüber. Es sollte bewusst eine Raumaufnahme sein. Der Pfarrer hatte ein Schminkmikro, weshalb er immer laut und deutlich zu hören ist.
https://www.dropbox.com/s/nvpmcg4hz1haa9u/Rundkirche-Akko.mp3?dl=0
http://www.mdr.de/konzerte/bild-49830_v-variantBig16x9_w-576_zc-915c23fa.jpg?version=44825 Das ist übrigens die zweitgrößte Rundkirche Sachsens. Die drittgrößte steht in Carlsfeld.

Grundsätzlich kann ich nur sagen: Egal ob Orgel, Harmonium oder Akkordeon - seid mutig, neues, gewagtes auszuprobieren. (Mache ich an der Orgel auch immer)

Und jetzt bin ich auf Anregungen gespannt.

Des schraub mer örschd amol auf.
# 01.10.17, 19:48:31

BieleToppi

(Spezi)
(Beiträge: 188)

Wir hatten zeitweise (bis Sommer 2015) die Kombination Orgel + Akkordeon, wobei natürlich die Orgel im gemeinsamen Spiel selbst ein großes Akkordeon lautstärkemäßig platt macht!

Teilweise verlagerte sich das Ganze von der Orgel zum Klavier / E-Piano, wobei ich dann mit dem Akkordeon entweder mit dem Baß oder der Pianoseite eine Kissenstimme unter den Gesang legte, wenn nicht grade improvisiert wurde.

Sowas geht mit "Sakropop"-Literatur (neuere geistliche Lieder) weitaus besser als mit den Chorälen ...! Ist trotzdem sehr interessant!
# 02.10.17, 12:38:25

dak

(Spezi)
(Beiträge: 499)

Also 100% zur Frage paßt das jetzt zwar nicht, ich habe aber festgestellt, daß sich mein Roland-Akkordeon (nach entsprechendem Filtern/Umsetzen des Midisignals) als Midi-Controller für Aeolus, einen Orgelsimulator, erheblich besser eignet als manches orgelähnlichere Keyboard.

Die Aufteilung in 3 Manuale, bei dem man dann im MII die Baßtöne dem Pedal (u.U. wie beim Akkordeon mit Koppel ins Chorwerk) und die Akkordtöne dem "Chorwerk", die beide mit Mixturen und ähnlichen Registern es mit der Oktavlage auch nicht so genau nehmen, paßt eigentlich zur Disposition einer Orgel gar nicht schlecht.

Was schade ist, ist daß beim Roland (FR-1 bei mir, aber ich meine, das würde nicht besser bei Nachfolgemodellen) nicht die Möglichkeit zur strengen Kanaltrennung von linker und rechter Hand besteht: ich kann deswegen nicht Orgeltöne aus dem Emulator in einer Hand mit "akustischen" in der anderen mischen (wobei man notfalls durch langes Drücken einer Registertaste ein "akustisches" Manual stummlegen kann, aber das ist zum schnellen Umschalten untauglich): meine Sound-Programmierung schaltet deswegen immer das ganze "Instrument" um.

Akustisches Instrument in der Kirche als Chorbegleitung stelle ich mir der Lautstärke wegen nicht ganz einfach vor. Bei Verstärkung macht dann vermutlich ein Mikrofon am Instrument selbst (Microvox?) Sinn, um Rückkopplungen und Fremdklang rauszuhalten. Wobei: wenn man Orgel spielt, sitzt man ja auch von einstrahlenden Sängern etwas entfernt.
# 02.10.17, 16:35:16

BieleToppi

(Spezi)
(Beiträge: 188)

Möchte mal behaupten, daß das eine Frage des Kirchbaues ist - in alten Kirchen hat man mitunter ein Echo oder Hall, daß man bei Instrumenten ohne Verstärkung womöglich Gefahr läuft, eher einen Klangbrei zu haben. In moderneren Kirchen ohne Nachhall / Echo kann es passieren, daß der Ton geschluckt wird ... ganz schlimm ist es m. E. in neueren Gemeindezentren, die multifunktional sind & keine Ähnlichkeit mit dem klassischen Kirchbau haben.
Aber zurück zum Anfang: Welches Liedgut ist bei Euch gespielt worden? Eher die Choräle oder eher die Lieder in Richtung Gospel & Spiritual?
# 10.10.17, 15:22:03
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