Autor Nachricht

TillFinn

(Nutzer)
(Beiträge: 19)

26.05.2010
Ich habe als Kind lange Jahre Klavierspielen gelernt, was sich leider durch ein traumatisches Erlebnis mit meinem damaligen Lehrer abrupt beendete. Seitdem sind für mich Klaviere für das Selbstspielen verdorben. Seit langem habe ich aber Lust, mir ein Akkordion zu kaufen. Ich mag das Instrument! Nur, je mehr ich aber darüber lese und höre (z.B. bei Wikipedia und auch in diesem Forum), desto verwirrter werde ich.
Ich weiß nur, dass ein Akkordion für mich als Anfänger nicht zu kompliziert sein darf, dass es nicht notwendigerweise klingt wie schunkelnde Hamburger Hafenmusik, dass es stattdessen für Musette- und Tangolinien geeignet sein muss (das ist meine besondere musikalische Liebe).

Kurzum, welches einfachere Akkordeon ist für einen Anfänger mit Klaviererinnerungen geeignet: Weltmeister "Perle"? Weltmeister "Rubin" oder????
Ich wäre dankbar, wenn es unter euch einen Musiker gibt, der mir helfen mag, meine enormen fachlichen Entscheidungs-Unklarheiten- und Unsicherheiten aufzuhellen.
Wolfgang.
# 26.05.10, 19:05:06

admin

(Administrator)
(Beiträge: 588)

Herzlich willkommen hier im Forum Wolfgang.
Zu Deiner Frage:

Eine richtige, umfangreiche Beratung kann hier natürlich nicht erfolgen, dazu fehlen uns eine ganze Reihe an Informationen, wie Musikstil, Einzel-Gruppenspiel, Budget, Körpergröße, Fingerlänge (Mediumtastatur) usw.

Ein paar grundsätzliche Hinweise möchte ich aber dennoch geben:

die Perle: ist eher als Kinderinstrument konzipiert

das Rubin: hat eine Mediumtastatur also schmalere 18 mm Tasten

das Juwel: hat ebenfalls Mediumtasten, diese sind eher für Kinder,- odedr kleine Frauenhände gedacht, oder für Spieler die ein kleineres Instrument wünschen aber trotzdem 30 Diskanttasten wollen.

Kristall: das erste 3-chörige Instrument in der Reihenfolge, also vom klanglichen deutlich besser und preislich gegenüber den "kleineren" 2-chörigen Instrumente nicht so deutlich teurer.
Also für den Einstieg als Erwachsener ist das Kristall durchaus zu empfehlen.

Soweit zunächst als Einstiegsinfo

Gruß der admin
# 26.05.10, 19:37:42

maxito

(Mitglied)
(Beiträge: 102)

geändert von: maxito - 26.05.10, 20:03:47

Hallo Wolfgang,

schön, dass du Akkordeon spielen magst.
Da dir die Klaviertastatur schon durchaus vertraut ist, würde ich dir auch zu einem Pianoakkordoen raten, dann sind zumindest schon mal die rechte Hand mit der Bedienung der Tasten klar.

Die Bassseite mit Standardbass (Melodiebass würde ich dir erst nicht empfehlen) ist anfangs sicher gewöhnungsbedürftig, aber streng logisch aufgebaut, so dass du die Funktion auf jede Bassgröße anwenden kannst, ohne umzulernen. Eine kleine Anzahl von Bässen bringt also keinen Vorteil außer dass man bevor man zu spielen anfängt, den C-Bass schneller findet. Sobald man mit spielen angefangen hat, ist der Rest gleich.

Außerdem möchstest du gerne unter anderem Musette und Tango spielen. Musette und Tango sind vom Tonumfang oft nicht zimperlich, so dass du mit einem kleinen Instrument wohl sehr schnell und dann zunehmend oft an die Tastengrenzen stoßen wirst. Aus diesem Grund würde ich dir als Mindestgröße vom Tastaturumfang mindestens 34 besser 37 tastige Instrumente empfehlen.

Gleichzeitig mit dem Wunsch Tango und Musette zu spielen, kommen die Register (bzw. die Chöre) ins Spiel. Musette wird typischerweise mit Registern gespielt, die mehrere Stimmen in gleicher Tonlage aufweisen und mit diesem typischen "Tremolo" ausgestattet sind. Bei den Akkordeonbeschreibungen ist das daran erkennbar, dass bei den Registerbeschreibungen 2 oder 3 Punkte in der gleichen (mittleren) Tonlinie eingezeichnet sind.
Anders sieht es bei Tango aus - Der wird wiederum meist ohne Tremolo gespielt, dafür aber mit Registerkombinationen, wo mehrere Stimmen in Oktaven zueinander kombiniert werden (Also die Punkte in verschiedenen Tonlinien übereinander). Häufig auch eine tiefe Oktave mit einer hohen Oktave, die über der mittleren Oktave angesiedelt ist.("Piccolo") oder Tiefe, mittlere und hohe Oktave zusammen. Im einfacheren Fall geht auch Tiefe und eine mittere Stimmlage zusammen.

Hieraus ergibt sich, dass dein Akkordeon mindestens 3 Chöre haben sollte: 2x mittlere Lage mit Tremolo (für Musette und ähnlich) und für Tango noch mit tiefer Lage (tiefe + 1 mittlere, ohne Tremolo). Besser sogar, wäre ein 4-chöriges Instrument, das noch zusätzlich eine hohe Lage aufweist.

Wenn man diese Forderungen nun alle zusammenfasst, komme ich zu dem Schluss, dass Achat, Opal oder Topas III oder IV die richtigeren Instrumente wären. Denn ich denke, dass du durch deinen Klavierbackground recht schnell ins Akkordeonspielen reinkommen wirst und dann wird dir vermutlich ein Instrument in der Größe einer Rubin oder Perle schnell zu klein werden.

Als Alternative kannst du ja mal fragen, ob du anfangs ein Instrument leihen kannst, dann kannst du die Sache in aller Ruhe ausprobieren und weißt dann viel besser was du genau brauchst. Die Ganze Definition gilt selbstverständlich für alle Akkordeons aller Hersteller, aber anhand der Weltmeister Typen kann man die Typologie einfach perfekt erklären - und die sind obendrein auch eine gute Wahl.

Viel spaß am Spielen schon mal vorweg, Gruß, maxito
# 26.05.10, 20:00:44

TillFinn

(Nutzer)
(Beiträge: 19)

Danke, lieber admin, danke lieber maxito,
für eure unerwartet schnelle und freundschaftliche Hilfe. Ich habe als hoffentlich baldiger Akkordeon-Beginner noch nicht all eure fachlichen Erklärungen und Hinweise verstanden, aber das wird schon werden.
Begriffen aber habe ich, dass eurer Erfahrung nach mein Anfängerinstrument nicht zu klein sein sollte, was z.B. die Anzahl und Art der Chöre angeht. Eure Empfehlung: Kristall, Achat, Opal, Topas.
Ich werde also meine Suche entsprechend ausweiten.

Ich möchte mir kein Instrument leihen, ich möchte ein Eigenes, weil ich mich wirklich damit anfreunden will. Das geht mit geliehenen Dingen nicht so gut.
Um die Kosten möglichst klein zu halten (ich muss schlichtweg gut unter 1000,-€ bleiben, mehr gibt mein derzeitiges Budget nicht her), werde ich mich notfalls auch um den Kauf eines gebrauchten Instrumentes bemühen, obwohl ich ahne, dass daraus auch schnell ein Flop werden kann. Am Sichersten scheint mir der Kauf über einen Instrumentenhändler (wegen der Garantie) oder über Freunde oder ehrliche Bekannte.
Vielleicht finde ich ja auch über dieses Forum einen zuverlässigen Akkordeon-Verkäufer?!
Ich danke euch erstmal für eure wertvolle fachliche und moralische Starthilfe,
liebe Grüße, Wolfgang.

# 26.05.10, 20:42:42

TillFinn

(Nutzer)
(Beiträge: 19)

geändert von: TillFinn - 26.05.10, 21:20:50

Ich hoffe, ich nerve euch nicht mit einer weiteren Frage zu meinen Akkordeon-Anfänger-Kaufrecherchen:

Admin und maxito empfahlen mir z.B. die Instrumente Kristall, Achat, Opal und Topas III oder IV.

Nun finde ich soeben in den ebay-Kleinanzeigen ein Angebot über ein "STELLA" für 580,-€ VB. Stella war aber nicht in der Liste von admin und maxito.
Die Daten: Basstechnik: Standardbass, Stimmung: Piccolo, Diskanttasten: 37, Diskantchöre: IV, Bassknöpfe: 96, Basschöre: IV, Register Diskant: 11, Register Bass: 5

Darum wüsste ich gern, ob es grundsätzlich sinnvoll ist, sich noch um dieses Modell "Stella" zu kümmern, oder hat "Stella" Eigenschaften, die es als Bautyp nicht mehr empfehlenswert macht?

Eure Meinung würde mir sehr helfen.
Danke, Wolfgang.
# 26.05.10, 21:12:14

dak

(Spezi)
(Beiträge: 509)

Zitat von lomer.w:

Ich weiß nur, dass ein Akkordion für mich als Anfänger nicht zu
kompliziert sein darf, dass es nicht notwendigerweise klingt wie
schunkelnde Hamburger Hafenmusik, dass es stattdessen für Musette- und
Tangolinien geeignet sein muss (das ist meine besondere musikalische
Liebe).

Akkordeons sind alle ähnlich kompliziert. Für Tango setzt man
normalerweise zum Hauptchor ein Oktavregister ein, für Musette ein
dreichöriges Tremolo. Willst Du beides, bist Du bereits bei einem
vierchörigen Akkordeon in Musettestimmung. Für die Hafenmusik typisch
ist Oktavregister plus zweichöriges Tremolo.
Zitat:

Kurzum, welches einfachere Akkordeon ist für einen Anfänger mit
Klaviererinnerungen geeignet: Weltmeister "Perle"? Weltmeister "Rubin"
oder????

Wenn es um die Klaviererinnerungen geht, liegt ein Pianoakkordeon
nahe. Kompakter sind aber Knopfakkordeons, da wärest Du aber dann
1 Jahr beschäftigt, bevor Du damit annähernd flüssig klarkommst.
Dafür ist das Nachgehörspiel in jeder Tonart dann leichter.

Ich habe hier noch ein italienisches Damenakkordeon liegen, das ein
guter Anfängerkompromiß ist: gar kein Tremolo, dreichörig im Diskant,
vierchörig im Baß (der Baß klingt etwas nach Blecheimer). Wenn Du
Klavier gründlich gewohnt bist, mag der kleinere Tastenabstand
verwirren. Wiegt 10kg, ist recht kompakt, trotz 41 Tasten und 120
Bässen. Was das Instrument akzeptabel macht, sind die ausgezeichneten
Stimmzungen. Damit kann man es einchörig im Diskant spielen, womit es
klanglich ausgewogen zum Baß ist. Mit einfachen Stimmzungen macht
einchöriges Spiel wenig Spaß, weil das Instrument klanglich dann sehr
wenig auf den Balgdruck eingeht.

Hier kommt dann ein wenig das Dilemma der Instrumentenwahl ins Spiel:
kleinere Instrumente haben typischerweise einfache Stimmzungen, müssen
deswegen für eine gute Balgdruckreaktion mehrchörig registriert
werden, und dann ist man mit "für Tango und Musette" mindestens bei
einem dreichörigen Instrument mit zweichörigem Tremolo, und wenn man
dann das Tutti schaltet, ist man beim Hamburger Hafenklang.

Zitat:

Ich wäre dankbar, wenn es unter euch einen Musiker gibt, der mir
helfen mag, meine enormen fachlichen Entscheidungs-Unklarheiten- und
Unsicherheiten aufzuhellen.


Letztlich gibt es da nur eins: ausprobieren. Wenn du ein Instrument
findest, das klanglich mit dir harmoniert, ist es in weiten
Grenzen recht egal, ob es nun der "echte" Musetteklang oder der
"echte" Tangoklang ist: es muß in Deinen Händen grooven.

Der authentische (Pariser) Musetteklang ist übrigens ziemlich
sturzgräuslich, weil das dreichörige Tremolo extrem scharf, und das
auch noch unsymmetrisch ist. Das kommt ganz ok durch, wenn man im Freien
mit großer Geräuschkulisse steht. Als Studioaufnahme aber nicht
erträglich. Tatsächlich wird es in dieser authentischen Form
eher selten eingespielt.
# 26.05.10, 21:25:55

BieleToppi

(Spezi)
(Beiträge: 194)

Hallo Wolfgang,

zum WELTMEISTER "Stella" ist zu sagen, daß es schätzungsweise 20 Jahre alt ist. Es kommt dabei drauf an, ob es ein "Stella72", ein "Stella80" oder ein "Stella96" ist. Weißt Du etwas, ob das Instrument im guten Erhaltungszustand ist oder ob es evtl. reparaturbedürftig ist?

Ich persönlich habe ein "Stella40" als Zweitinstrument, spiele aber lieber meine "Diana" mit ihren 96 Bässen.

Hier in Bielefeld hat ein Musikhaus momentan recht günstige Angebote für diverse WELTMEISTER-Neuinstrumente, da das Haus einen Jubiläumsverkauf macht und zudem demnächst umzieht ...!
Vielleicht gibts ja in Deiner Gegend auch mal so eine Aktion, so daß Du dann zum Neuinstrument kommst, denn ein Neuinstrument gibt bestimmt mehr Spielfreude und -motivation als ein Instrument, was sich im Nachhinein als reparaturbedürftig herausstellt.

Viel Erfolg bei der Suche und viele Grüße
von
Volker
# 26.05.10, 21:28:46

maxito

(Mitglied)
(Beiträge: 102)

Hallo Wolfgang,

nicht verwirren lassen!

Die Akkordoene die ich in meiner Typologie angeführt hatte sind alle aus der aktuellen Harmonaserie entnommen - Es gibt natürlich jede Menge gebrauchte, auch sehr viele, die heute nicht mehr hergestellt werden, aber trotzdem gut waren und gut sind.
Ein gebrauchtes kannst du selbstverständlich auch nehmen - und hier widerspreche ich teilweise meinen Vorrednern - gebrauchte können auch ziemlich alt sein umd immer noch voll gebrauchsfähig sein. Meine Instrumente sind durchweg zwischen 35 und 60 Jahren alt und ohne jegliche Einschränkung verwendbar.
Nur nicht alle gebrauchte sind gleich gut in Schuß gehalten worden - da solltest du erstens ungetestet gar nix kaufen und zweitens unbedingt zum Testen jemanden mitnehmen, der sich bei den Akkordeonen auskennt, um eventuelle Mängel feststellen zu können, denn sonst kann ein vermeintlichesn Schnäppchen schnell zum teuren Sperrmüll mutieren!

Gebrauchte Akkordeone würde ich angesichts deines Etats unbedingt mit in den Kreis aufnehmen, allerdings solltest du die, da du dich hier noch nicht auskennst, am besten bei einem Fachhändler kaufen.

Was die Anzahl der Stimmstöcke (Chöre) bzw. Registermöglichkeiten angeht, so heißt es nun nicht, dass man alles verfügbare immer verwendet, sonst klingt es wirklich, wie dak beschrieben hat ,nach Bierzeltmusik oder Hamburger Hafenklang. Aber mit mehr Chören kannst du mehr verschiedene Klangfarben zusammenmischen, denn es passt nicht jeder Klang zu allem.

Gruß, maxito
# 26.05.10, 21:53:33

TillFinn

(Nutzer)
(Beiträge: 19)

Lieber dak, lieber BieleToppi, lieber maxito,

ich danke euch sehr für eure umfangreiche gedankliche und verbale Unterstützung. Eure Beiträge sind ganz wunderbar und aufbauend.
Es ist das erste Mal, dass ich mich in ein Internetforum mit Fragen getraut habe. Schöner hätt`s nicht laufen können.
Damit kann ich jetzt mit weniger Zappeln in die nächste Runde gehen. Heute über Nacht muss sich erstmal alles ein wenig setzen. Aber dann......
Herzliche Grüße, Wolfgang.
# 27.05.10, 00:08:22

BieleToppi

(Spezi)
(Beiträge: 194)

Hallo Wolfgang,

dann mal viel Glück bei Deiner Entscheidungsfindung!

Ich kann mich da den Vorrednern nur anschließen und nimm bitte kein zu kleines Instrument!

Viele Grüße
von
Volker
# 27.05.10, 06:43:56

Ippenstein

(Administrator)
(Beiträge: 1021)

geändert von: Ippenstein - 27.05.10, 10:47:00

Hallo Wolfgang,

ich hab mal ein bißchen recherchiert und die Preise der angebotenen Stellas, aber auch das Angebot ist ziemlich unterschiedlich. Ich hatte mal zum Probespielen eine kleine, bei der ich das Gefühl hatte, daß ihr sehr schnell die Luft ausgeht. Ok... ich bin halt größere gewohnt.

Bedenke bitte immer, daß bei einer Überholung eines Instrumentes noch einige Hunderter draufgehen. Daher immer abwägen, ob ein bereits überholtes Instrument im Nachhinein nicht günstiger ist.

Wenn es eine Stella sein soll, dann würde ich folgende empfehlen, weil sie überholt sind. Die meisten anderen in Ebay dürften noch im Originalzustand sein und daher überholungsbedürftig. Zu Maxito und dem Wachs: Hohner verwendete eine andere Wachsmischung, die bei meiner Organola bspw. sehr weich war. Dieses allein konnte die Stimmplatten nicht halten - daher waren auch alle Stimmplatten zusätzlich genagelt. Es ist klar, daß man da, solange die Ventile es mitmachen, dann nichts verändern muß.

Wenn es eine Stella sein soll:

http://www.musiker-laden.de/gebrauchtinstrumente/pianoakkordeonweltmeisterstella.php

http://cgi.ebay.de/Akkordeon-Weltmeister-Stella-60-Bass-5-Reg-3-Chore-/250638858620?cmd=ViewItem&pt=Tasteninstrumente&hash=item3a5b3d797c

Oder wenn es etwas größer sein darf, wäre auch gleich das zu überlegen:

http://www.musiker-laden.de/gebrauchtinstrumente/pianoakkordeonuniversumelegance.php

Grüße

Ippenstein

Des schraub mer örschd amol auf.
# 27.05.10, 10:40:13

TillFinn

(Nutzer)
(Beiträge: 19)

geändert von: TillFinn - 27.05.10, 12:29:29

27.05.10

Lieber Ippenstein-Musiker,
Danke für die wertvollen Tips. Es muss keine Stella sein, es gibt davon offensichtlich nur mehr Gebraucht-Angebote als von anderen Modellen.

Hier im Schwäbischen bietet ein Privatverkäufer eine große Stella an, die von dessen Vater stammt. Die Stella wird als "sehr gut" und "wie neu" beschrieben, zumindestens optisch. Auf dem Foto sieht es auch sehr proper aus, wenn auch leider in roter Verkleidung. Die angegebenen techn. Daten:

Diskant 37, Diskantchöre IV, Bass 96, Basschöre IV, Registerdiskant 11, Registerbass 5, Stimmung Piccolo.
Preisvorstellung 580,-€ .
Es sieht exakt gleich aus wie die Stella, die du zum Thema "Vorstellung der Weltmeister-Akkordeons" abgebildet hast.

Weil die Verkäuferfamilie aus der ehem. DDR kam und das Instrument vielleicht 20 Jahre alt ist, könnte es sein, dass es noch in DDR-Zeiten hergestellt wurde.

Meine Frage: Ist das hinsichtlich der Qualität ein Problem?

Ich schaue mir das Instrument morgen (28.05. Freitag) Vormittag an.
Kanst du oder ein anderer Forumsmusiker mir vielleicht heute noch sagen, ob die letzten Weltmeister-Akkordeone aus DDR-Zeit ebenso empfehlenswert sind wie die heutigen?

Ich danke dir und euch, dass ihr mit mir als Akkordeon-Beginner so geduldig seid.

Liebe Grüße, Wolfgang.
# 27.05.10, 12:04:45

Ippenstein

(Administrator)
(Beiträge: 1021)

geändert von: Ippenstein - 27.05.10, 12:18:06

Hallo Wolfgang,

die Stella wurde bis Mitte/Ende der 80er Jahre gebaut. Die Instrumente sind alle in Ordnung und sind guter Qualität, aber eben Stand der 70er/80er Jahre. Die heutigen Instrumente sind natürlich besser, da neue Fertigungsmöglichkeiten, andere Materialien und andere Anforderungen zum Zuge kommen.

Das Problem ist das Alter: Das Wachs, mit dem die Stimmplatten befestigt sind, wird über die Jahre hart und spröde und irgendwann fallen dann die Stimmplatten ab. Ebenso wird der Kleber, der die Ventile hält, alt.

Diese Überholungen sind nicht billig und kommen auf jeden Fall auf einen zu.

Alle meine DDR-Instrumente, die ich bis dato hatte und die aus der Zeit stammen, waren wachstechnisch fertig.

Wenn Du Dir nun die unüberholte Stella kaufst, kann es sein, daß Du damit noch 5 Jahre unbesorgt spielen kannst, es können aber auch schon nach einer Woche die ersten Stimmplatten fliegen. Man weiß es nicht.

Ob der Preis gut oder schlecht ist, bitte ich Dich, selbst den Markt zu vergleichen und immer im Hinterkopf zu haben, daß Du noch einmal investieren mußt, wenn an dem Instrument noch nichts gemacht worden ist. Es spielt dabei auch keine Rolle, wie viel es gespielt worden ist und wie es gelagert worden ist. Es können genauso Standschäden auftreten. Die Zeit nagt so oder so.

Viele Grüße

Ippenstein

Des schraub mer örschd amol auf.
# 27.05.10, 12:16:21

Ippenstein

(Administrator)
(Beiträge: 1021)

250 Euro für eine Überholung ist aber schon sehr wenig - wenn eine Neustimmung mit dabei ist.

Des schraub mer örschd amol auf.
# 27.05.10, 13:00:31

TillFinn

(Nutzer)
(Beiträge: 19)

herzlichen Dank, lieber Ippenstein,
deine Stellungnahme kam ja blitzschnell. Das Problem mit sich lösenden Stimmplatten wegen bröselig werdenden Wachses wird ja dann bei allen gebrauchten Akkordeons bestehen, die älter als 20 Jahre sind, selbst bei den überarbeiteten Instrumenten, denn ich kann mir nicht denken, dass bei einem Instrument, das überarbeitet wird, alle Stimmplatten neu eingeklebt werden.
Jedenfalls lasse ich wohl besser die Finger von dem alten DDR-Stella, wenn es dafür keine Jahresgarantie gibt.
Ich suche also unverdrossen weiter.
Liebe Grüße, Wolfgang.

# 27.05.10, 13:08:21
Gehe zu:
Forum Regeln:

Es ist Dir nicht erlaubt, neue Beiträge zu schreiben.
Es ist Dir nicht erlaubt, neue Themen zu erstellen.
Es ist Dir nicht erlaubt, Deine Beiträge zu bearbeiten.
Es ist Dir nicht erlaubt, Deine Beiträge zu löschen.


HTML Code ist AUS
Board Code ist AUS
Smilies sind AUS
Umfragen sind AUS

Benutzer in diesem Thema
Es lesen 0 Gäste und folgende Benutzer dieses Thema:

Ähnliche Themen
Thema Antworten Hits Letzter Beitrag
27 Dateien
Gehe zum ersten neuen Beitrag Doppelkammerstimmstock
93 65535
03.08.10, 21:53:50
Gehe zum letzten Beitrag von maxito
11 Dateien
Gehe zum ersten neuen Beitrag 10. Akkordeonspielertreffen 2018 in Klingenthal
74 5241
20.09.18, 22:25:36
Gehe zum letzten Beitrag von Maddina
Gehe zum ersten neuen Beitrag Moin all tehaup
37 26298
18.03.16, 09:38:20
Gehe zum letzten Beitrag von Hannes
12 Dateien
Gehe zum ersten neuen Beitrag Was ist eigentlich los mit deutschem Design?
dak
67 65535
12.06.14, 12:11:21
Gehe zum letzten Beitrag von Karin66
14 Dateien
Gehe zum ersten neuen Beitrag 8. Akkordeonspielertreffen im Vogtland 2016
80 24009
24.08.16, 21:27:59
Gehe zum letzten Beitrag von admin
Archiv