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TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

geändert von: TomBom - 13.10.16, 22:03:41

Ich habe mir vor etwa vier Jahren eine deutsche Harmonika gekauft, mit der ich grundsätzlich zufrieden bin. Die Verarbeitung hätte an einigen Stellen besser sein können. So musste ich beim neuen Instrument etliche Balg-Kalikostreifen neu leimen, weil sich diese lösten. Was mir leider erst jetzt (lange nach Garantie-Ende) auffiel: die Tasten haben erhebliches seitliches Spiel, so dass sich teilweise beim gleichzeitigen Drücken zweier Tasten die Ventilklappen berühren. Die Tastenhebel haben zuviel Spiel in ihren Schlitzen. Ich wollte eine neue Tastatur als Ersatzteil kaufen. Laut Auskunft von Harmona liefern sie Ersatzteile nur an Händler, ich würde die Tastatur aber selbstverständlich bekommen. Ich wandte mich an den Händler, von dem ich das Instrument kaufte mit der Bitte, mir den Preis für die Tastatur zu nennen. Harmona sagt dem Händler, ich solle das Instrument ins Werk einschicken zur Reparatur. Anruf bei Harmona, was es kosten würde, wenn die Tastatur gewechselt werde. Ich erhalte wieder keine Auskunft, man hört auch gar nicht richtig zu. Bei Reparaturen sei es immer so: Instrument einschicken, dann wird ein Kostenvoranschlag erstellt (Der natürlich bezahlt werden muss bei Nichtreparatur).
Ich hätte einfach gerne die Tastatur gekauft, hinschrauben kann ich sie nämlich selber.
Jetzt könnte ich zwar theoretisch Ersatzteile bekommen, praktisch aber doch nicht.

Es kann doch nicht sein, dass ich für chinesische Hohner-Instrumente ohne Probleme Ersatzteile bekommme, man kann bei Hohner auch direkt mit der Reparaturabteilung telefonieren und bekommt umgehend kompetente Auskunft. Bei Weltmeister ist man da sehr unflexibel. Ich würde mir heute definitiv keine Weltmeister-Harmonika kaufen sondern entweder eine (chinesische) Hohner oder ein italienisches Organetto.
So langsam beginne ich zu ahnen, warum Harmona in Insolvenz gehen musste.
Dateianhang (verkleinert):

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# 03.09.15, 15:05:44

Didilu

(Mitglied)
(Beiträge: 125)

Hallo TomBom,

versuche es mal hier: www.fraton-akkordeons.com
Sehr freundlich und kompetetnt, vielleicht besorgt er Dir auch die Tastatur zum selber Einbau.
Ich habe bei der Harmona schon sehr viele Teile zum nachrüsten oder tunen gekauft. Wenn das jetzt nicht mehr möglich ist,
ist das ein ziehmlicher Rückschritt und wenn sich das rumspricht, wird es viele potenzielle Käufer abschrecken.

Gruß, Didilu
# 04.09.15, 11:45:01

TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

geändert von: TomBom - 04.09.15, 17:47:11

Hallo Didilu,

vielen Dank für deine Antwort!
Vielleicht ist es ja leichter, für gängige Akkordeons Ersatzteile zu bekommen.

Leider war der Kontakt schon beim Kauf nicht so, wie ich ihn mir gewünscht hätte. Ich hatte damals ein paar Sonderwünsche und wollte wissen, ob das möglich ist und wenn ja, was es kostet. Der Händler meinte, am besten sei, ich würde selbst mit der Harmona telefonieren, da würde sich das viel einfacher und besser klären lassen. Leider war die Auskunft von Harmona nur, das müssten sie erst mal kalkulieren und dann ein Angebot machen. Mir gegenüber als Endkunden könnten sie aber nichts sagen und dem Händler haben sie dann auch kein Angebot vorgelegt (Mein Sonderwunsch war: Tremolo statt flacher Stimmung und zwei Halter für Schulterriemen anbringen).
So habe ich es dann halt gekauft wie angeboten. Und ich hatte mich bewusst für Weltmeister entschieden, weil ich möglichst ein in Deutschland hergestelltes Instrument kaufen wollte - mit problemloser Ersatzteilversorgung.

Ich versuche es nochmal, das gewünschte Teil zu bekommen. Es wäre schon angebracht, Harmona würde die Tastatur liefern, immerhin haben sie das Instrument ja so hergestellt. Entweder war der Mangel schon beim Kauf so und ich habe es leider nicht bemerkt oder das Material war so weich, dass es jetzt ausgeleiert ist.
Falls das nicht klappt habe ich über ein anderes Internet-Forum ein Angebot aus den USA(!) bekommen, eine neue Tastatur zu kaufen. In den USA ist die einreihige Weltmeister-Harmonika wohl ein gängiges Cajun-Instrument. Wenn ich bei Harmona arbeitete würde ich jedenfalls aktiv nach anderen Beschäftigungsmöglichkeiten suchen. Ein Instrument von Harmona werde ich auf gar keinen Fall mehr kaufen.
# 04.09.15, 13:08:56

admin

(Administrator)
(Beiträge: 559)

Wenn schief läuft, dann wohl manchmal richtig doll.
Mir tut es sehr leid für Dich, TomBom, das Du solch schlechte Erfahrungen gemacht hast.

Die deutsche Harmonika von Weltmeister wird wohl in D nicht so oft verkauft, ich selbst hab sie auch noch nicht sehr oft verkauft.
Auch sind Instrumentenhändler oftmals keine Akkordeonauten und sind dann mit Sonderwünschen, die auch in der Preisliste nicht ausgewiesen sind,etwas überfordert.

Wenn dann in der Harmona auch mal ein "schlechter Tag" ansteht, was ja in Folge der momentanen Situation, ev. vorstellbar ist und dann noch ein tatsächliches Problem am Instrument ansteht, dann kann es schon mal zu unguten Ergebnissen führen.

Ich will dies natürlich überhaupt nicht entschuldigen,sondern nur etwas sensibilisieren.

Klar ist einkundenorientiertes Arbeiten für jeden Vertrieb existenziell, wer weiss was da im Hintergrund gelaufen ist.

Zum Beispiel kann ich mich erinnern, das es einmal kurzzeitig größere Probleme mit den neu gelieferten Kaliko bei einigen Modellen gegeben hat, es hat einfach nicht so geklebt.
Die Mädels habe sich hier aber redlich bemüht, ev. ist Dein Instrument davon betroffen, denn es fällt in Deine Kaufzeit.

Solltest Du noch Interesse an Hilfe haben, würde ich mich hier sehr gern anbieten.
Du kannst mir ja gern eine PN mit Deinen Daten schicken.
laß uns telefonieren, oder Mails austauschen.

Auch würde ich Dich gern ins Vogtland einladen, Dir die Harmona einmal persönlich zeigen, um Dir zu zeigen as hier vornehmlich sehr engagierte Akkordeonbauer arbeiten, die Ihr Fach verstehen.

Gruß Sobby
# 04.09.15, 20:40:26

TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

Lieber Sobby, danke für die Aufmunterung. Ich konnte damals verständlicherweise keinen Händler finden, bei dem ich das Instrument ansehen konnte - ich fand nicht einmal Händler in meiner Gegend, die überhaupt Weltmeister-Instrumente im Laden hatten. So fand ich dann im Internet einen Händler, der neben Ladengeschäft auch Versandhandel betreibt und mir seriös erschien. Leider bin nicht auf die Idee gekommen, einen ausgewiesenen Akkordeonhändler oder noch besser einen aus Klingenthal und Umgebung zu suchen. Den "Musiker-Laden" etwa kannte ich nicht.
Ich verstehe, dass momentan eine sehr schwierige Zeit für die Harmona ist. Ich beneide niemanden, der dort arbeitet und hoffe, dass es überhaupt weitergeht. Ich habe selbst auch einmal in einer Firma gearbeitet, die schließlich insolvent ging. So verlor ich mehr als ein Monatsgehalt.

Ich werde jetzt erstmal sehen, was ich noch erreichen kann. Gerne komme ich dann auf Sobbys Angebot zur Hilfe zurück. Du bietest offensichtlich auch guten Service für Nichtkunden! Vielen Dank!

Thomas
# 04.09.15, 21:15:11

TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

Hier ein kurzes Update:
ich hatte mein Instrument an einen ortsansässigen Instrumentenbauer und Reparateur geschickt, weil ich mir wegen der Ortsnähe und ggf. persönlicher Verbindungen am ehesten Erfolg versprach. Dieser hatte auch teilweise Erfolg, der Rest der Teile sollte noch nachgeliefert werden. Leider hat sich jetzt seit 2 1/2 Monaten nichts mehr getan. Auch der Preis für die Teile ist mir immer noch unbekannt. Wäre es denn nicht möglich, dafür wenigstens mal einen Preis zu kalkulieren? Das kann doch nicht länger als fünf Minuten dauern. Und falls mal eine deutsche Harmonika produziert wird, vielleicht die benötigten Teile mitprodzieren. Oder ist sowieso alles hoffnungslos?
# 24.11.15, 23:39:52

TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

geändert von: TomBom - 13.10.16, 22:36:43

Gut Ding will Weile haben ...

Ich bin froh, mein Instrument an einen ortsansässigen Instrumentenbauer geschickt zu haben; genauer: an X in X. Er erhielt mit einiger Mühe mittlerweile alle Teile und weiß jetzt sogar, was diese kosten.
So nimmt alles seinen normalen Lauf. Herr X baut die Teile ein und stimmt das Instrument. Im Januar werde ich werde ich - nach kaum vier Monaten - meine Harmonika wieder bekommen. Idealerweise gibt es die Harmona dann noch ...

Vielen Dank an den Zuspruch hier im Forum, vor allem aber danke ich Sobby für sein Engagement und ein längeres, sehr informatives und äußerst angenehmes Telefonat.

BEITRAG AM 13.10.2916 EDITIERT: Name und Wohnort des Reparateurs entfernt.
# 03.12.15, 17:26:49

TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

geändert von: TomBom - 13.10.16, 22:55:38

Nach langer Zeit melde ich mich wieder. Im Januar erhielt ich mein Instrument zurück. Hier möchte ich gern das Ergebnis der Reparatur vorstellen. Ich habe versucht, nur die objektiven Fakten darzustellen. Meine persönliche Meinung habe ich kursiv formatiert.

Das Fazit vorab: Ich bin jetzt ziemlich ratlos. Rechtlich gibt es ja bei Werkvertrag und Werklieferungsvertrag zwei Jahre Gewährleistung, wobei innerhalb der ersten sechs Monate die Beweispflicht für Sachmängel beim Auftragnehmer liegt. Ich habe noch innerhalb der Frist schriftlich reklamiert, allerdings ohne eine Nachfrist zu setzen zur Behebung der Mängel.
Am liebsten würde ich das Instrument gleich verkaufen und vom Verkaufserlös (mehr steht nicht zur Verfügung) ein anderes kaufen. Das ist natürlich illusorisch. Ein Käufer hätte ja die gleichen Probleme.
Oder alles umgehend von einem anderen Reparateur richten lassen. Bei der Qualität der abgelieferten Arbeit erwarte ich mir bei einer Nachbesserung keine wesentliche Verbesserung.


Beim ersten Ausprobieren:
der Balg kann geöffnet und geschlossen werden, ohne eine Taste oder den Luftknopf zu drücken. Dabei sind von allen Tonklappen deutliche Luftgeräusche zu hören. Im Vergleich: ohne Tastendruck den Balg zu öffnen und zu schließen fühlt sich nicht wesentlich anders an, wenn der Luftknopf gedrückt wird.

Ich sah mir deshalb alles ganz genau an:
- die Tonklappen decken zwar die Öffnungen in der Füllung ab. Am unteren Rand überlappen die Klappen allerdings nur 1 mm oder weniger.
- Die Tonklappen liegen nicht flach auf der Füllung auf.
Das erklärt meines Erachtens den starken Luftverlust. Wenn man die Tonklappen so montieren will, dass sie die Löcher oben und unten gleichmäßig abdecken wären die falsch gebohrten Löcher zu sehen. Ich montierte die alten Tonklappen wieder. Das verringerte den Luftverlust drastisch. Richtig dicht sind sie auch nicht, weil sie – wie die neuen – uneben aufliegen. Die neuen Tonklappen (auf die wir 3 Monate gewartet haben) sind und waren also komplett überflüssig.
- Die neuen Tastenhebel haben auch seitliches Spiel. Der Reparateur beseitigte das, indem er in den Spalt zwischen Hebel und Tastatur passend zugeschnittene Plastikventile klebte, ohne die Hebel auszubauen. Deshalb steht aus jedem Spalt ein kleiner Streifen heraus.
Ich persönlich hätte die Tastenhebel ausgebaut und das Plastik an den Hebelarmen aufgeklebt. Das wäre dann total unauffällig. Um die Hebel auszubauen muss man allerdings die aufgeklebten Knöpfe entfernen (Wasserdampf aus Espressomaschine?) und hinterher wieder aufleimen. Also deutlich mehr Arbeitszeit.

- Die Bohrungen der Hebelarme sind ein klein wenig zu groß. Diese minimale Abweichung ist die Haupursache fur das seitliche Spiel.
Im englisch-sprachigen Melodeon-Forum sagen zwei Fachleute dazu, die einzig sinnvolle Abhilfe dafür sei, eine etwas größere Achse einzubauen. Ich gehe davon aus, dass es wirkliche Fachleute sind: einer ist Reparateur und Stimmer in Nordengland. der andere repariert und verkauft Akkordeons und Harmonikas in USA. Er importiert auch Weltmeister-Instrumente und ist mit diesen vertraut. Mir erscheint plausibel, dass die Plastikstreifen das erhöhte Spiel nicht dauerhaft zufriedenstellend ausgleichen können. Meine Hoffnung ist nun, dass ich die Achse durch eine dickere Fahrradspeiche ersetzen kann. Es gibt Tandem-Speichen im Durchmesser 2,34 mm. Wenn ich eine bekomme messe ich nach, ob sie wirklich dicker sind als die Original-Achse mit 2 mm


Preise für diesen Teil der Reparatur, inklusive MwSt:
242 € Kauf einer neuen Tastatur inklusive Tonklappen (Weltmeister hat die Preise deutlich erhöht.)
60 € alten Griff und Ventilklappen ausbauen, neuen Griff mit Klappen einbauen, nachjustieren und Luftdichte herstellen

Ich hätte schon ein deutlich besseres Ergebnis erwartet bei 302 € für die Reparatur der Tastatur. Der starke Luftverlust durch die schlecht sitzenden Tonklappen des Ersatztels muss einem erfahrenen Handwerker aufgefallen sein. Der Kaufpreis von 242 € für das Ersatzteil war komplett überflussig und wäre besser in Arbeitszeit investiert worden, um die alte Tastatur instandzusetzen. Dieses Budget hätte für eine perfekte Reparatur reichen müssen.
Diese Arbeiten wären an der alten Tastatur erforderlich gewesen:
- Ausbau aller Hebel
- falls erhältlich: die Originalachse durch eine etwas dickere Achse (Fahrradspeiche?) ersetzen
- falls dann noch nötig: Plastikventile passend zuschneiden und evtl. in mehreren Lagen auf die Hebel kleben
- zwei schwache Federn entweder austauschen oder neu einstellen
- Tonklappen abschrauben und die alten (schlecht haltenden und winzigen) Schrauben durch neue, etwas größere ersetzen.

- Zusammenbau und Ausrichten der Tonklappen

Lediglich die blau gekennzeichneten Arbeitsschritte wurden durch den Bezug des Ersatzteils überflüssig

Der Reparateur hatte für die Erstellung seines Kostenvoranschlags die Tastatur ohne Paletten (Tonklappen) vorliegen, konnte sie allerdings wegen der Harmona-Insolvenz nicht mehr zurückgeben. Die Qualität des Ausgangsmaterials war ihm deshalb bekannt. Vermutlich traute er sich nicht, den vollen Umfang der Arbeiten zu kalkulieren, die für eine wirklich gute Reparatur fällig gewesen wären. Er führte wahrscheinlich deshalb die Arbeiten zeitsparend aus. Die erzielte Qualität ist allerdings völlig unzureichend.

Außerdem ließ ich die Harmonika noch nachstimmen. Dieser Teil der Reparatur war preisgünstig mit gutem Ergebnis. Auch die Ansprache ist jetzt tadellos und gleichmäßig über alle Chöre hinweg. Leider wurde übersehen, dass die Terzen und Septimen rein gestimmt bleiben sollen, nicht temperiert (Cajun-Stimmung – so liefert Harmona die Instrumente aus). Das war in meinem Auftrag so festgelegt.
In einem Telefonat bot der Reparateur an, das Instrument kostenfrei zurückzusenden. Er würde die Stimmung umgehend korrigieren. Die anderen Mängel waren mir im Telefonat in der Gesamtheit noch gar nicht klar.
Leider war ich anschließend mehrere Monate „außer Gefecht“ wegen einer ernsthaften Erkrankung.
Mittlerweile ist der Reparateur längerfristig erkrankt. So wie es jetzt aussieht kann ich bei ungewissem Ergebnis frühestens an Weihnachten wieder mit meinem Instrument rechnen.
Dateianhang (verkleinert):

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Dateianhang (verkleinert):

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# 13.10.16, 22:34:17

Ippenstein

(Administrator)
(Beiträge: 1009)

geändert von: Ippenstein - 16.10.16, 11:15:55

Guten Morgen,

ich habe mir das mal durchgelesen. Das ist ja wirklich ein Trauerspiel.

Wenn dickere Achse, dann würde ich eine, wie sie bei den Akkordeons verwendet wird, einbauen. Dazu muß aber die Führung sauber aufgebohrt werden und so eine Vorrichtung hat wiederum nur Harmona.

Die Knöpfe sind mit einem Kleber, nicht mit Knochenleim, aufgebracht. Da nützt kein Heißdampf, der wiederum dem Holz schlecht bekäme.

Es muß vorher aber sichergestellt sein, daß die Tastenhebel sowie der Sattel selbst kein Spiel haben, sonst kann sich das ausarbeiten.

Zur Harmonika: Ist vielleicht das Griffbrett nicht fest? Das würde dann nämlich erklären, warum die Klappen nicht sauber sitzen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß einer meiner Kollegen die Harmonika so rauslassen würde. Da reicht ein unglücklicher fester Stoß beim Transport, daß das Griffbrett verzogen ist.

Viele Grüße

Ippenstein

Des schraub mer örschd amol auf.
# 16.10.16, 11:14:53

TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

Danke fürs lesen meines langen Ergusses. Und vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Ob die Tastatur nicht fest saß, das weiß ich nicht mehr. Direkt locker war sie sicher nicht. Ich öffnete eh das Instrument und stellte fest, das die Stimmstöcke ganz locker waren. Ich schraubte sie fest und zog auch die Befestigung der Tastatur nach. Ich kann mir nicht erklären, wie es sein kann, das Instrument in diesem Zustand zu erhalten. Die Tonklappen deckten aber auch die Luftöffnungen nicht sauber ab.
Es sprach letztlich so vieles für schlampige Arbeit. So war z. B. die Daumenschlaufe locker, weil die nicht mehr mit der passenden Originialschraube befestigt war. Die Daumenschlaufe wackelte, wobei die Schraube schon festgezogen war, sie war einfach viel zu lang. Das war im Prinzip kein Problem - lässt halt einfach weitere Schlüsse auf die Sorgfalt der geleisteten Arbeit zu. Eine andere Erklärung habe ich nicht gefunden.
Ich will das nicht breit treten, da gäbe es noch einige andere Kleinigkeiten. Ich habe lediglich Interesse an einer ordentlichen und jetzt auch baldigen Lösung. Wobei meine Bereitschaft, weiteres Geld auszugeben nicht besonders hoch ist. Letztlich wird sich das aber wohl nicht vermeiden lassen.

Darf ich noch nachfragen, was dieser Satz bedeutet?
Zitat von Ippenstein:

Es muß vorher aber sichergestellt sein, daß die Tastenhebel sowie der Sattel selbst kein Spiel haben, sonst kann sich das ausarbeiten.


Liebe Grüße und nochmals danke für die Antwort! Ich würde viel lieber andere Dinge diskutieren.
# 16.10.16, 15:15:08

Ippenstein

(Administrator)
(Beiträge: 1009)

Die Klaviatur läuft im Holzsattel. Dieser sowie die Klaviatur selbst müssen exakt gerade und sauber geschnitten sein. Da darf keine Luft dazwischen sein und die einzelnen Tasten dürfen eben nicht schräg sein, sonst arbeitet sich das schnell aus und dann wackeln die Tasten seitlich.

Des schraub mer örschd amol auf.
# 16.10.16, 15:19:06

TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

Ah, ok. Das Spiel zwischen Hebel und Sattel hat der Reparateur ja mit Plastik-Streifen ausgeglichen.
Nach meinen Erfahrungen wird man eine spielfreie Tastatur von Harmona nicht bekommmen.
# 16.10.16, 20:02:51

TomBom

(Nutzer)
(Beiträge: 11)

So ging es weiter:

Ich sandte die Harmonika ja zur Nachbesserung an den Reparateur. Dieser veranlasste, die Tastatur bei Harmona neu einstellen zu lassen und stimmte die Terzen und Septimen flach - wie ursprünglich gewünscht (Cajun-Stimmung, wie bei Auslieferung).

Die Hebel hatten nach wie vor seitliches Spiel:
https://youtu.be/3HbEgpvb20E

Eigentlich wollte ich ja, dass mein Reparateur das Instrument gleich in Klingenthal weiterschickt zu Andreas Schertel. Wie oben erwähnt war es dann aber bei der Harmona und ich erhielt es zurückgeschickt.

Nun wollte ich es nicht schon wieder per Paketdienst von Bayern nach Sachsen schicken und wagte mich selbst an die Reparatur.
Ich ersetzte die originale 2 mm - Achse durch eine 2,5 mm - Achse. Dazu mussten die Achsbohrungen aufgebohrt werden. Dazu nahm ich eine 2,34 mm dicke Fahrradspeiche. Ein Ende mit der Feile als Vierkant zugerichtet und angespitzt spannte ich diesen 'Borer' in den Akkuschrauber ein und bohrte die alte Achse aus. Dann passte die 2,5 mm dicke neue Achse straff rein. Das Spiel der Hebel im Sattel stellte ich ab durch Einleimen von 1 mm dickem Holzfurnier - passend zurecht geschliffen gleiten die Hebel jetzt ohne zu klemmen und dennoch spielfrei.
Hurra, geschafft! Nur noch schnell den Lösabstand eines Tones erhöhen. Der sprach nach dem Umstimmen nicht mehr an. Jetzt passt alles und ich bin zufrieden.

Das hat mich einen Monat tüfteln gekostet und viel Nerven.
Laut Reparateur wären meine Erwartungen ans Instrument zu hoch. Schließlich wäre es ein "sehr sehr günstiges Weltmeister Instrument (unterste Preisklasse, Standardstimmen Tschechien). … für eine bessere Qualität, nach Ihren Vorstellungen würde die Harmonika mehrere hundert EUR mehr kosten." Wahrscheinlich ein Kommunikationsproblem. Ich halte die Substanz für so gut, dass man mehr herausholen kann als im Neuzustand nach Werksauslieferung. Das wollte ich durch die Reparatur erreichen. Irgendwie kamen wir da nicht zusammen und ich habe nicht damit gerechnet, dass eine fabrikneue Tastatur wackelt. Auch wenn sie nur 242 € kostet und nicht teurer ist.

Mein Fazit: bei Reparaturen vorher ausführlich mit dem Handwerker kommunizieren. Wenn man das Gefühl hat, auf gleicher Wellenlänge zu sein passt es. Sonst woanders versuchen. Das Instrument möglichst persönlich abgeben.

Mit einem diatonischen Instrument würde ich mich künftig nicht mehr wegen Ersatzteilen an die Harmona wenden. Es bringt nichts. Besser gleich selbst anfertigen oder anfertigen lassen.

Vielen Dank an Ippenstein für die ausführliche Hilfe - auch telefonisch!

Wen es interessiert, wie das Instrument klingt:
https://youtu.be/EyTMEhdVhmU
Es ist eine alte Aufnahme von 2015 (ich muss mich erst wieder ans Instrument gewöhnen)
# 20.12.16, 01:44:48
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